Respekt und Solidarität für Wenke Brüdgam – Danke für das Engagement in der Gleichstellungspolitik
Zum Rücktritt der Gleichstellungsbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam, erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Die gesamte Linksfraktion steht solidarisch an der Seite von Wenke Brüdgam und wir respektieren ihre Entscheidung, das Amt der Gleichstellungsbeauftragten des Landes niederzulegen. Sie hat einen Fehler sofort eingeräumt, transparent kommuniziert und sich öffentlich entschuldigt. Diese Haltung steht für eine gelebte Fehlerkultur, die wir uns im politischen Raum deutlich häufiger wünschen würden.
Wenke Brüdgam war seit vielen Jahren eine verlässliche, engagierte und hochkompetente Partnerin in der Gleichstellungspolitik unseres Landes. Ihre Arbeit war geprägt von tiefem fachlichem Verständnis, großer Ernsthaftigkeit und einem klaren Blick für die strukturellen Herausforderungen, denen Frauen und marginalisierte Gruppen täglich gegenüberstehen. Durch ihr beharrliches Wirken hat sie wesentliche Impulse gesetzt, Prozesse vorangetrieben sowie die Gleichstellungspolitik und damit auch die Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern spürbar gestärkt.
Wenke Brüdgam hat die gleichstellungspolitischen Themen im Koalitionsvertrag fachlich eng begleitet. Vor allem das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm (GRP) – ein ressortübergreifendes Konzept, das Gleichstellung in allen Bereichen und Ministerien verankert und konkrete Maßnahmen auf den Weg bringt – hat sie maßgeblich mit den Ressorts ausgehandelt und weiterentwickelt. Dieses umfangreiche Konzept trägt ihre klare Handschrift und ist ein bedeutender Meilenstein für unser Land.
Durch ihre langjährige Erfahrung hat eine echte Fachfrau das Thema Gleichstellung betreut. Wenke Brüdgam ist hervorragend vernetzt in den gleichstellungspolitischen Strukturen unseres Landes.
Ihre Netzwerkarbeit mit zahlreichen Partner:innen war zentral für die Gleichstellungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie war an vielfältigen Aktionen der Landesregierung beteiligt, darunter die landesweite Initiative ‚Gewalt kommt nicht in die Tüte‘ im Rahmen der Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen, an der sich zahlreiche Bäckereien beteiligten, sowie am MV-Tag. Wenke Brüdgam hat Sichtbarkeit geschaffen, Netzwerke gestärkt und konkrete Projekte zur Verbesserung der Gleichstellung initiiert. Für diese Arbeit sind wir ihr außerordentlich dankbar.
Wir erleben eine Zeit, in der antifeministische, sexistische und rechtspopulistische Angriffe zunehmen und Gleichstellungsarbeit gezielt delegitimiert werden soll. Als Linksfraktion verurteilen wir die persönlichen Angriffe und Feindmarkierung auf Wenke Brüdgam durch rechte Gruppierungen zutiefst. Solche Taten überschreiten jede Grenze politischer Auseinandersetzung und sind ein klarer Angriff auf Demokratie, Vielfalt und Gleichstellung. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt Wenke Brüdgam und allen, die sich für demokratische Werte einsetzen.“
