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Wem gehört der Boden? – Die wichtigste Frage für die Landwirtschaft

Zum 75. Jahrestag des Beginns der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone erklärt der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Wolfgang Weiß: 

„Der 75. Jahrestag dieses historischen Datums lässt daran erinnern, dass das Bodeneigentum eine der wichtigsten Fragen für die Landwirtschaft ist. Als 1945 Rund 3,3 Mio. Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen auf dem Gebiet der späteren DDR an 560 000 Familien verteilt wurden, war das allerdings mehr als eine bloße Umverteilung von Eigentum. Es ging um die Heilung Jahrhunderte alten Unrechts des Landraubs durch den Altadel, der sich durch das ‚Bauernlegen‘ so lange bereicherte, bis es in vielen Dörfern kaum noch freie Bauern gab.

Es war aber auch eine Reaktion auf den gerade überwundenen Nationalsozialismus, denn die Verknüpfung des Großgrundbesitzes mit den Braunen Herrschern war gerade in Mecklenburg und Vorpommern eher die Regel. Zudem waren Millionen von Flüchtlingen und Umsiedlern eine neue Heimat, Arbeit und Brot zu geben. Diesen historischen Hintergrund gilt es, immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Meine Fraktion tritt auch weiterhin dafür ein, dass der Boden den produzierenden Landwirten gehören soll und nicht in Hände von Spekulanten fallen darf. Die Privatisierungspolitik der Bundesregierung und der in ihrem Auftrag tätigen BVVG, die den ehemalig volkseigenen Boden der DDR nach wie vor zu Höchstpreisen verkauft und verpachtet, trägt dazu bei, den Bodenpreis in M-V so hoch zu treiben, dass einheimische Landwirte und Genossenschaften an den Geboten nicht mehr teilnehmen können.“