Tourismusbranche mit Licht und Schatten

Zur heute vorgelegten Zwischenbilanz der Tourismusbranche erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Jeannine Rösler:

„Die aktuelle Tourismusbilanz präsentiert sich mit Licht und Schatten. So ist es erfreulich, dass die Zahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht zugelegt hat. Zugleich beklagen die Betriebe der Branche sinkende Umsätze und Erträge. Letzteres liegt nicht allein am wechselhaften Wetter, sondern vor allem daran, dass die Menschen nach Jahren massiver Reallohnverluste jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Die hohe Preissensibilität ist ein direkter Ausdruck der sozialen Schieflage, absurde Diskussionen über einen womöglich zu hohen Mindestlohn und angeblich überzogene Forderungen nach mehr Lohn seitens der Gewerkschaften träufeln zusätzlich Gift in das Gewerbe.

Mehr Gäste und belegte Betten bringen auch wenig, wenn die Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort wirtschaftlich kaum profitieren. Wenn zwei Drittel der Gäste weniger Geld für Essen, Freizeit und Kultur ausgeben, geraten kleine Betriebe, die unsere touristische Vielfalt tragen, unter Druck. Es ist ein Warnsignal, dass inzwischen ein Drittel der Unternehmen Investitionen aufschieben muss.

Besonders alarmierend ist die Lage im Kinder- und Jugendtourismus.Hier haben wir in den letzten Jahren dramatische Einbrüche erlebt. Zahlreiche Einrichtungen wurden geschlossen, weil Investitionen ausblieben. Wenn Kinder und Jugendliche nicht heute als Gäste in unser Land kommen, werden sie morgen auch nicht als zahlungskräftige Erwachsene zurückkehren. Das dürfen wir nicht ignorieren, sonst gefährden wir die touristische Zukunft. Erforderlich ist eine gezielte Förderung in diesem Bereich, damit junge Menschen möglichst viele positive Erlebnisse sammeln können. So sichern wir, dass Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft ein attraktives Urlaubsziel bleibt – für alle Generationen.“