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Zukunftsfähige Krankenhausversorgung - Landesregierung muss aus dem Knick kommen!

Anlässlich der heute von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Studie "Zukunftsfähige Krankenhausversorgung" erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag M-V, Torsten Koplin:

"Die Landesregierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden und eine zukunftsfähige Krankenhausversorgung sichern. Dazu muss der Krankenhausplan des Landes schleunigst und grundlegend überarbeitet werden. Das aktuelle Dokument, welches bekanntlich eine wesentliche Grundlage für Leistungsvergütungen der Gesetzlichen Krankenversicherung und öffentliche Förderungen ist, datiert aus dem Jahr 2012 und wurde letztmalig im Mai diesen Jahres angepasst. Die Anpassungen seit Veröffentlichung des ursprünglichen Dokuments waren jedoch nur punktuell und reagierten auf Entwicklungen.

Die heute veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung gibt Empfehlungen für eine zukünftige Krankenhausversorgung am Beispiel einer Versorgungsregion in Nordrhein-Westfalen. Sie mündet in Überlegungen zur Reduzierung von fast zwei Dritteln der dortigen Krankenhäuser. Dies ist ein Weg, der für ein dünnbesiedeltes Flächenland wie M-V nicht in Frage kommen kann. Die untersuchte Versorgungsregion weist hinsichtlich der demographischen Entwicklung, der Krankenhausstrukturen und der Fallzahl-Entwicklung andere Bedingungen auf und ist mit M-V so nicht ohne weiteres vergleichbar.

Dennoch gilt es, sich mit den in der Studie aufgeworfenen Themenstellungen auseinanderzusetzen. Zu diesen gehören Fragen der Spezialisierung und Zentralisierung sowie der Verlagerung von stationären Behandlungsfällen in den ambulanten Bereich. Für M-V geht es im Unterschied zu NRW angesichts zunehmender Meldungen von Stationsschließungen auch um die Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei Geburtshilfe, Kinder- und Frauenheilkunde.

Die Linksfraktion schlägt vor, bei der neuen Krankenhausplanung die Empfehlungen der Enquetekommission "Älter werden in MV" zu berücksichtigen und auf eine Neuausrichtung der stationären Versorgung durch kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum hinzuwirken. Darüber hinaus sollte eine Modellregion im Landeskrankenhausplan verankert werden, in der Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte ein gemeinsames Budget für die medizinische Versorgung haben und so die Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung schrittweise aufgehoben werden kann.

Weiterhin muss der neue Krankenhausplan zentrale Parameter zur Einstufung der Krankenhausstandorte in Regel- und Maximalversorgung, in Erreichbarkeitsvorgaben, in Mindestgrößen von Abteilungen und Standorten sowie in Vorgaben zu Mindestzahlen von medizinischen Behandlungen enthalten."